Bezirksreform: Gedanken zur „Zerschlagung“ Hamburgs durch „Mehr Demokratie e.V.“

Nun ist es also soweit gewesen. Und eigentlich wollte ich mich hier ja nur über das Thema Nahverkehr äußern, aber als Hamburger gehen solche Themen natürlich auch nicht völlig am Mors vorbie.

Der Verein „Mehr Demokratie e.V.“ hat nun seine Gesetzesvorschläge veröffentlicht, die nach ersten Ankündigungen auf heftige Kritik stießen. Von einer Zerschlagung der Stadt war dort die Rede — und das erschreckend einstimmig von allen in der Bürgerschaft vertretenen Parteien: http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Verein-will-Hamburg-in-23-Bezirke-aufteilen,mehrdemokratie104.html

Man mag mich lynchen, falls ich mich irre, aber im Groben geht es um zwei Gesetze.

1. Soll die Bürgerschaft die Möglichkeit erhalten von sich aus das Volk für Landesthemen zu befragen. Derzeit gibt es für Volksentscheide ja nur die Möglichkeit, dass eine Volksinitiative eingereicht wird durch Sammlung von Stimmen, woraufhin die Bürgerschaft entscheidet, ob sie die Initiative (wie zum Transparenzgesetz) annimmt — oder ob sie (wie bei der Schulreform) die Initiative ablehnt. Im letzteren Falle kommt dann ein Volksentscheid zustande. Die Möglichkeit, ein „heikles“ Thema direkt dem Bürger vorzulegen (z.B. Olympia), gab es nicht, aber soll es nun geben. Außerdem sollen Verfassungsänderungen immer per Volksentscheid entschieden werden.

Und das finde ich gut, zumindest die Volksentscheide per Bürgerschaftsbeschluss. Ob jede kleine Verfassungsänderung tatsächlich vom Volk entschieden werden muss, selbst wenn es sich nur um irgendeinen Nebensatz handelt, der Missverständnisse ausräumen soll und die meisten Bürger gar nicht betrifft, naja. Vielleicht könnte das noch etwas ausdifferenziert werden, sodass nur bestimmte Artikel (sowie die Einführung neuer oder Streichung aktueller Artikel) davon betroffen sind.

2. Soll die Einheitsgemeinde aufgelöst werden. Derzeit sind Kommune und Land ja eins in Hamburg. Zwar haben wir Bezirke, die einige „kommunale“ Aufgaben (z.B. Bauleitplanung, Bewirtschaftung des öffentlichen Raumes, diverse Sozialdienste, …) übernehmen, aber sie haben weniger Kompetenzen als „übliche“ Kommunen in Flächenländern sowie dem Land Bremen, das (anders als Hamburg und Berlin) aus den Gemeinden Bremerhaven und der Stadt Bremen besteht.

Anstelle der jetzigen sieben Bezirke sollen 23 Gemeinden, die weiterhin „Bezirke“ genannt werden, treten. Als kartophiler Mensch kommt daher hier der visualisierte Vorschlag, den ich aus dem Gesetzesvorschlag herauskopiert habe. Das Dokument findet Ihr hier: http://hh.mehr-demokratie.de/hh_newseinzelansicht.html?&tx_ttnews%5BbackPid%5D=6831&tx_ttnews%5Btt_news%5D=15665

Einfach unten unter „Dateien“ die PDF anklicken. Die Karte ist folgende:

Und ich muss gestehen, dass ich die Idee nach anfänglicher Skepsis eigentlich ganz gut finde. Wobei ich vorweg sagen möchte, dass ich nicht denke, dass man dadurch so viel mehr an Demokratie erhält — aber auch nicht, dass dadurch viel mehr Bürokratie entsteht, wie kürzlich der CDU-Spitzenkandidat Wersich behauptet hat. Das ist ja vereinfacht gesagt das selbe Phänomen, weshalb Leute eher pessimistisch bei einer Neugliederung des Bundesgebiets bzw. bei Länderfusionen sind. Durch eine Aufteilung oder Zusammenlegung von administrativen Entitäten steigt ja kaum die Arbeit. Man muss nicht plötzlich mehr/weniger Straßen bewirtschaften, sich um mehr Parks kümmern, mehr Lehrer oder Polizisten einstellen o.ä. Bei der Nordstaatdiskussion kam heraus, dass man vermutlich nur 2-3% der Ausgaben einsparen könnte, da man zum einen nur Personalkosten durch Zusammenlegungen senken kann, und die Arbeit ja die selbe bleibt. Da geht’s vielleicht um ein paar Posten in der Führungsetage. Und diese 2-3% gelten auch nur dann, wenn für solche Posten, wo eine Person dann die Verantwortung von ehemals zweien übernimmt, nicht auch mehr Geld erhält und man nicht, z.B. aus politischen Gründen, mehrere Amtssitze offenhält bzw. „Ersatz-Einrichtungen“ dort ansiedeln lässt, um Wähler für das Vorhaben zu gewinnen. Glaubt denn wirklich jemand, irgendeine Stadt, die einen Landtag oder eine größere Landesbehörde beherbergt, stimmt bedingungslos zu, dass Arbeitsplätze und Prestige komplett abwandern, damit andere profitieren?

Gut, beim Thema Länderfusion kommen auch Fragen des Länderfinanzausgleichs oder der Bundesratszusammensetzung noch hinzu, weshalb ein solches Vorhaben zur jetzigen Situation wohl eher abzulehnen ist, ob in Hamburg, Kiel, Schwerin, Bremen und/oder Hannover. Diese Bezirksreform würde solche Fragestellungen aber nicht tangieren, da Hamburg weiterhin ein Stadtstaat bliebe. Von einer Zerschlagung kann daher nicht die Rede sein.

Daher denke ich nicht, dass man dieses Thema so emotional überbewerten sollte. Und es kann durchaus sein, dass etwas mehr Bürokratie entsteht, aber was soll das großartig sein? Wenn alle vier (bald fünf) Jahre die Senatsbehörden neu zugeschnitten werden, entstehen dadurch auch Kosten durch neue Büroräume, Einstellungen und dergleichen. Die Frage ist doch vielmehr: Ist Hamburg dann noch handlungsfähig? Und welche Vorteile im Sinne des Subsidiaritätsprinzips hat eine Kompetenzverlagerung nach unten? Kann dadurch nicht gar mehr Effizienz und auch Wettbewerb entstehen?

Da ist auch das Argument fadenscheinig, dass man ja derzeit stets darüber rede, diverse Kompetenzen auf die EU-Ebene zu verlagern und man deshalb nicht darüber nachdenken sollte, die „Zentralgewalt“ in Hamburg aufzuteilen. Das eine hat eben nichts mit dem anderen zu tun. Es ist kein Widerspruch, sondern genau Sinn und Zweck des besagten Subsidiaritätsprinzips. Die Kompetenz sollte auf der niedrigsten, sinnvollen (!) Ebene angesiedelt sein. Ist dies z.B. die EU-Ebene bei der Bankenaufsicht, da die Unternehmen längst international verflochten und tätig sind, dann wandert es von der Nationalebene „nach oben“. Das heißt aber nicht, dass andere Kompetenzen, die derzeit der Bund hat, nicht vielleicht besser von den Ländern vertreten werden können — respektive EU-Kompetenzen wieder „runter“ zum Bund oder eben von Hamburg auf die Bezirksebene, wenn es für sinnvoll erachtet wird. Genau aus diesem Grunde gibt’s ja in Hamburg bereits Bezirke, die diverse Aufgaben wahrnehmen und näher am Bürger sind. Deshalb, liebe Landespolitiker: Verkauft die Wähler mit Scheinargumenten bitte nicht für dumm und macht unnötig Stimmung gegen wilde Phantasien, wie es schon bei der U5-/Stadtbahn-Diskussion in der Vergangenheit praktiziert wurde. Sollte wirklich das Chaos auf Erden eintreten und die Stadt nicht mehr regierbar sein, werden die Hamburger es schon selbst merken. Und dann spricht ja nichts gegen einen neuen Volksentscheid, um das Bezirkswesen zu reformieren oder im Härtefall wieder zum vorherigen Status zurückzukehren.

Mir ist natürlich klar, dass es politische Einheiten so an sich haben, dass sie ihre Macht ungerne abgeben, ob nach oben oder unten. Als Bürger ohne politisch aktive Karriere kann man das wieder anders (nüchterner) sehen. Ich fand das beim Thema Schottland auch schön. Die Regierung in London schürte Ängste bei den Schotten und hat pauschal für alle Bereiche „better together“ gesagt, was im Prinzip hieß: Mehr Machtbefugnisse bzw. -bereiche für London. Nun fragt man genau jene Damen und Herren im superdemokratischen House of Lords, was sie davon halten, eine Bankenaufsicht auf EU-Ebene zu verlagern. Better together? 😉

Und nochmal zur Verdeutlichung: Ich finde den Vorschlag von „Mehr Demokratie e.V.“ ausgesprochen interessant, aber bei der Vorstellung des Ergebnisses dann doch recht gleichgültig. Ich kann mit dem Status Quo gut leben, aber könnte mir diese Reform auch gut vorstellen. Nichtsdestotrotz habe ich einige Kleinigkeiten, die mich an dem Vorschlag stören. Und die betreffen zwei Punkte.

1. Ist unklar, wie der interkommunale Finanzausgleich stattfinden soll. Wird es so sein, dass wohlhabende Leute, die umme Alster herum wohnen, dann nach Mitte fahren, aber ihre Steuern an ihrem Wohnort zahlen, während die Infrastruktur von Mitte, das überwiegend sozialschwache Einwohner hat, gestellt werden muss? Die Konflikte sind ja vorprogrammiert und könnten schnell ähnlich vergiftet sein wie in anderen Bundesländern. Das halte ich nicht für förderlich. Wobei man dies teilweise etwas beheben könnte im Vorfeld. Und da komme ich zum nächsten Punkt:

2. Der Zuschnitt. Größtenteils (siehe Karte) orientierte man sich an bestehenden Bezirken und hat diese lediglich etwas aufgeteilt. Dabei vergaß man aber nicht nur, dass diese Grenzen hauptsächlich willkürlich sind und mit einem effizienten, sinnvollen „Bedarf“ wenig gemein haben. Zum anderen ließ man außer acht, dass eine ziemliche Diskrepanz vorherrscht. Natürlich kann man die Stadt nicht so zuschneiden, dass die sozialen und ökonomischen sowie demographischen Strukturen nahezu gleich sind. Das ginge auch sinnvoll gar nicht und es geht auch nicht darum, jeder Kleinigkeit gerecht zu werden, denn schließlich muss irgendwo eine Grenze gezogen werden. Dennoch könnte man versuchen dort etwas entgegenzuwirken und mehr Berücksichtigung zu üben als im bisherigen Entwurf. Dafür möchte ich ein paar Fragen in den Raum werfen:

– Ist es wirklich sinnvoll lediglich Bezirke aufzuteilen? Was spräche dagegen, wenn Hoheluft-Ost und -West in einem Bezirk sind? Man könnte, als Gedankenexperiment, auch die Stadtteile Eimsbüttel, Hoheluft (ganz), Eppendorf, Lokstedt und Stellingen (und ggf. die Schanze) zu einem „Vorstadt“-Bezirk fusionieren. Im Norden käme dann Eidelstedt, Fuhlsbüttel, Langenhorn, Großborstel und Alstertal zu Niendorf und Schnelsen, da sie nicht nur durch den Flughafen, sondern auch die städtischen Strukturen viel gemein haben. Wobei natürlich niemand weiß, ob der Flughafen Fuhlsbüttel nicht irgendwann den Weg frei macht für eine neue Mitte eines solchen Bezirkes.

– Wieso wird Altona (255.000 Einwohner) „nur“ in zwei und Wandsbek (410.000) in vier Bezirke aufgeteilt, aber Eimsbüttel (249.000) und Nord (283.000) in jeweils drei? Bergedorf (120.000) wird zu zwei Bezirken, wo die beiden größten Stadtteile (Bergedorf und Lohbrügge) mit 80.000 Einwohnern stark dominieren und sich die ländlicheren Stadtteile auf einen sehr großen Raum erstrecken, der nicht bürgernäher erscheint, zumal der Stadtteil Bergedorf (auch durch die verkehrliche Erschließung) eine relativ zentrale Anlaufstelle wäre. Der jetzige Bezirk wäre auch nicht größer in der Einwohnerzahl als manch neuer Bezirk in Altona oder Wandsbek, die über 100.000 Einwohner haben werden. Und die größte Verwunderung: Aus Mitte (280.000) werden fünf bzw. sechs Bezirke: Finkenwerder (11.700), Mitte (ca 93.700), Billstedt (ca 108.600), Veddel-Rothenburgsort (13.700), Wilhelmsburg (52.400) und Hafen (ca. 1.500 inkl. Kleiner Grasbrook). Da wundert man sich schon, wieso Finkenwerder alleine existieren soll. Bei großen Stadtteilen wie Rahlstedt und Wilhelmsburg ist das ja gut nachvollziehbar, aber Finkenwerder? Das könnte genau so zum neuen Bezirk „Süderelbe“, der im Westen des heutigen Bezirkes Harburg entstehen soll. Zudem sollte Veddel-Rothenburgsort aufgrund des oben beschriebenen finanziellen bzw. strukturellen Problemes doch auch zu Mitte. Der Bezirk hätte dann knapp über 110.000 Einwohner. Die Gemeinde wäre damit immer noch (nach Einwohnern) kleiner als der neue Bezirk Altona mit ca. 143.400 oder gar Wandsbek (neu) mit ca. 209.000 Einwohnern. Zudem wächst die Mitte mit diesen Stadtteilen, ob „Sprung“ über die Elbe oder gen Osten, doch gerade zusammen (ebenfalls ebenso verkehrlich durch Ausbau von U4 sowie Weiterentwicklung der Hafencity gen Osten). Zudem wäre der Bezirk Mitte von der Größe her auch weiterhin deutlich kleiner als z.B. Wandsbek.

– und als letztes: Ein großes Lob geht aber dahin, dass die Initiative vorsieht, dass der Hafen aus den Bezirken bzw. Gemeinden herausgelöst wird und der Stadt komplett untersteht. Das macht das Gesetzeskuddelmuddel auch obsolet, welches zu vielen (sehr bürokratischen) aufwendigen Planungsprozessen führte. Eine einfache, aber doch ausgebuffte Idee. Dort überwindet man zudem die Vorstellung, dass man auf Teufelkommraus an den jetzigen Bezirksstrukturen festhalten sollte. So wurden auch die Hafenbecken in Harburg/Heimfeld dem neuen Bezirk „Hafen“ unterstellt. Warum nicht auch anderswo? Bloß sehe ich bei der Hafenentwicklung dann das Problem, wenn es um neue Gebiete geht, da eine eigenständige Gemeinde wohl nicht so ohne Weiteres einen Teil ihrer Fläche abgeben kann, während die jetzige Einheitsgemeinde Hamburg den Zuschnitt selbst regeln kann. Gedankenspiel: Da der Große Grasbrook aufgrund vom Alten Elbtunnel sowie (für die Industrie) schlechter Anbindung und fehlendem Umschlagwerk für den Hafen eher uninteressant wird, soll dort Wohnraum geschaffen werden sowie diverse Brücken nach Veddel, Wilhelmsburg/Reiherstiegviertel sowie Hafencity. So ein Stadtteil käme dann natürlich zum neuen Bezirk Mitte. Auf der anderen Seite soll jedoch Moorburg mittel- bis langfristig zum Containerterminal entwickelt werden. Die Flächen gehören fast alle bereits der Stadt und der Stadtteil ist seit den 80ern offiziell Hafenerweiterungsgebiet. Wäre es daher nicht sinnvoller, wenn zumindest die östliche Hälfte Moorburgs auch an diesen Bezirk wandert? Im Gegenzug käme, wie vorgeschlagen, Finkenwerder nach „Süderelbe“. Auch könnte man überlegen, ob der Südwesten von Altenwerder aus dem Hafen herausgelöst wird. Sollte die Stadt dann das Wohnen auf dem Kleinen Grasbrook fokussieren, könnte sie es einfach an Mitte „abtreten“.

Da ich ja auch gerne herumkritzel, sähe das dann so aus. Und vorweg: Ja, ein paar Stadtteile habe ich nochmal zertrennt, wie Ohlsdorf. Vielleicht könnte der Osten Finkenwerders auch zum Hafen rüberwandern.

Ich gebe zu, das Ding ist nicht schön geworden. Und die Namen passen auch nicht so gut rein, aber die ehemaligen Markierungen zu entfernen, hätte dann doch zu viel Zeit gekostet und ich wollte die selbe Grundlage nutzen wie jene, die Mehr Demokratie e.V. von Wikipedia verwendet hat.

Und sicherlich kann man über die Namen dort auch wieder streiten. Nicht alle Stadtteile sind historisch „Walddörfer“. Wobei man auch „Alstertal-Walddörfer“ machen könnte, so wie sich eine Bürgerinitiative (gegen Fluglärm) aus der Ecke Hamburgs schon nannte. An sich würde man Othmarschen, in Bahrenfeld, auch den Elbvororten zurechnen, aber das wird geographisch und sozial auch wieder schwierig. Irgendein „Wir sind eine Gemeinde, weil wir überdurchschnittlich wohlhabend sind“ passt nicht in die Grenzen in Hamburg. Auch „Tarpenbek“ ist nur flüchtig, da der Bach die meisten Stadtteile dort durchquert, aber auch nicht alle. Selbiges für die Kollau. Vielleicht täte es für den Bezirk auch der Name „Nord“, zumal fast die Hälfte vom jetzigen „Nord“ kommt. Auch Eimsbüttel (Isebek?) sei zu überdenken sowie Barmbek (Goldbek?). Flüsse bzw. Kanäle sollen ja verbinden statt trennen, und sei es durch die vielen Brücken Hamburgs. 😛

Zur Veranschaulichung des vorherigen Punktes hatte ich den Kleinen Grasbrook schon mal zu Mitte hinzugefügt und Moorburg komplett zum Hafen, auch wenn möglicherweise der östliche Abschnitt ausreicht, der zwischen Altenwerder und den Harburger Häfen eine Lücke zuvor ausmachte. Bei Bergedorf nur mal Pünktchen, was ich zwischen Farmsen und Berne auch überlegte, wodurch die nördliche Hälfte zu den Walddörfern wandern würde, aber in der Ecke Hamburgs bin ich nicht so bewandert. Die Variante wäre auch nur noch 17 (bzw. mit einer Teilung Bergedorfs 18) Bezirke stark. Neuwerk bleibt natürlich bei Mitte, während Osdorf vielleicht für die soziale Durchmischung auch zu den Elbvororten wandern könnte, auch wenn ich denke, dass dieses Anliegen (unter Berücksichtigung der gewachsenen Stadtstrukturen und der Historie der jeweiligen „Regionen“) schon relativ gut in diesem Vorschlag berücksichtigt wurde — soweit es möglich bzw. verhältnismäßig war.

So, wie auch immer. Das wird wohl wieder versinken, aber Spaß hat’s gemacht den Bregen mal etwas mit verschiedenen Sachverhalten zu beauftragen. Und nun auf auf ins Nachtleben. Korrektur lese ich morgen oder so. Dann könnte ich noch ein paar Pünktchen einzeichnen, um zu überlegen, wo der „Sitz“ der Gemeinden liegen könnte, auch wenn es bei einigen neuen „Bezirken“ wohl klar wäre. 😉

Also, schon einmal eine kleine Ergänzung. Ich hab mal geschaut, wie groß die (von mir vorgeschlagenen) Bezirke sind, was die Bevölkerungszahl anbelangt. Dabei ging es nur um eine Größenordnung. Die Bevölkerungszahlen der Stadtteile schwankten etwas, da die Statistiken aus verschiedenen Jahren sind. Zudem habe ich sie entsprechend hoch- und runtergerundet (auf die hundertste Stelle). Daher kann es sein, dass es beim Addieren minimale Unterschiede gibt, die ich aber nicht für ausschlaggebend halte, da sie sich statistisch in einem sehr kleinen Bereich (1-2%) befinden. Die Unterschiede vom kleinsten zum größten Bezirk (ohne Hafen) entspricht somit weniger als 1:4. Beim Vorschlag von „Mehr Demokratie e.V.“ ist es mehr als 1:20. Der kleinste Bezirk ist somit größer als die Hälfte des Durchschnitts, während der größte Bezirk weniger als doppelt so groß wie eben jener Schnitt ist. Das vor allem in der Hinsicht relevant, dass „Mehr Demokratie e.V.“ vorhat, dass die „Mehrheit der Bezirke“ auf Landesebene der Minderheit ihren Willen durchsetzen kann. Bei starken Differenzen in der Einwohnerzahl wäre die demokratische Legitimation schnell fragwürdig.

Daraus ergibt sich:

  1. Alstertal-Walddörfer 120.300
  2. Altona 84.800
  3. Bahrenfeld 104.100
  4. Barmbek/Goldbek 188.100
  5. Bergedorf 122.800 (geteilt Bergedorf 72.200 und Vier- und Marschlande 50.700)
  6. Billstedt 108.400
  7. Bramfeld 85.300
  8. Eimsbüttel/Isebek 200.600
  9. Elbvororte 55.700
  10. Hafen 775 (davon 729 in Moorburg)
  11. Harburg 104.800
  12. Mitte 103.500
  13. Rahlstedt 87.800
  14. Süderelbe 61.900
  15. Tarpenbek/Nord 174.900
  16. Wandsbek 117.900
  17. Wilhelmsburg 52.400

Und daraus folgt:

Durchschnittliche Bezirksgröße:  105.900 Einwohner

Kleinste Bezirke:

  1. (Hafen 775)
  2. Wilhelmsburg 52.400
  3. Elbvororte 55.700
  4. Süderelbe 61.900
  5. Altona 84.800
  6. Bramfeld 85.300
  7. Rahlstedt 87.800
  8. Mitte 103.500
  9. Bahrenfeld 104.100

Größte Bezirke:

  1. Eimsbüttel/Isebek 200.600
  2. Barmbek/Goldbek 188.10
  3. Tarpenbek/Nord 174.900
  4. Bergedorf 122.800
  5. Alstertal-Walddörfer 120.300
  6. Wandsbek 117.900
  7. Billstedt 108.400
  8. Harburg 104.800

(Bei einem Wechsel Osdorfs (25.800 Einwohner) von Bahrenfeld nach Elbvororte hätte ersteres noch 78.300 und letzteres 81.500 Einwohner. Dann wäre Elbvororte auf Platz 5 statt 3 und Bahrenfeld auf 4 statt 9 der kleinsten Bezirke.)

Alstertal-Walddörfer 120.300
Duvenstedt 6.200
Wohldorf 4.400
Lemsahl 6.500
Poppenbüttel 22.400
Hummelsbüttel 17.100
Wellingsbüttel 10.300
Sasel 23.200
Bergstedt 10.200
Volksdorf 20.200

Tarpenbek 174.900
Langenhorn 42.000
Fuhlsbüttel 12.100
Alsterdorf 13.800
Groß Borstel 8.100
Niendorf 40.100
Schnelsen 27.900
Eidelstedt 30.900

Eimsbüttel 200.600
Stellingen 23.800
Lokstedt 27.500
Eppendorf 23.800
Hoheluft 15.600+13.000
Eimsbüttel 56.100
Rotherbaum 16.100
Harvestehude 16.900
Schanzenviertel 7.800

Barmbek 188.100
Winterhude 51.600
BarmbekNordSüd 32.800+39.900
Dulsberg 17.200
Uhlenhorst 16.500
Hohenfelde 9.200
Eilbek 20.900

Bramfeld 85.300
Ohlsdorf 15.100
Steilshoop 19.500
Bramfeld 50.700

Wandsbek 117.900
Farmsen-Berne 34.000
Tonndorf 13.500
Wandsbek 33.400
Mariental 12.300
Jenfeld 24.700

Rahlstedt
Rahlstedt 87.800
Billstedt 108.400
Billstedt 69.600
Horn 37.600
Billbrook 1.200

Altona 84.800
AltonaNordAlt 28.300+21.900
Ottensen 34.600

Bahrenfeld 104.100
Lurup 27.300
Osdorf 25.800
Groß Flottbek 10.800
Bahrenfeld 27.300
Othmarschen 12.900

Mitte 103.500
Pauli 22.400
Neustadt 12.300
Altstadt 1.600
St Georg 10.500
Hafencity 2.000
Hammerbrook 2.200
Hamm 37.600
Rothenburgsort 9.000
Veddel 4.700
Kleiner Grasbrook 1.200

Elbvororte 55.700
Rissen 15.000
Blankenese 13.100
Sülldorf 9.200
Iserbrook 11.100
Nienstedten 7.300

Süderelbe 61.900
Finkenwerder 11.700
Cranz 0.800
Neugraben-Fischbek 27.200
Francop 0.700
Hausbruch 17.000
Neuenfelde 4.500

Wilhelmsburg
Wilhelmsburg 52.400

Hafen 775 (davon 729 in Moorburg)
Steinwerder 38
Waltershof 5
Altenwerder 3
Moorburg 729

Bergedorf 122.800

a)Bergedorf 72.200
Bergedorf 33.100
Lohbrügge 39.100

b)Vier- und Marschlande 50.700
Altengamme 2.200
Curslack 3.900
Neuengamme 3.600
Kirchwerder 9.300
Ochsenwerder 2.500
Reitbrook 500
Neuallermöhe 23.800
Allermöhe 1.300
Billwerder 1.300
Moorfleet 1.200
Tatenberg 500
Spadenland 500

Harburg 104.800
Heimfeld 20.800
Neuland 1.400
Eißendorf 23.900
Marmstorf 8.800
Rönneburg 3.200
Harburg 22.700
Sinstorf 3.600
Wilstorf 16.200
Langenbek 4.100
Gut Moor 125

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